Grete Minde

Margarete von Minden, auch bekannt als Grete Minde war die Tochter von Peter von Minden, der die Stadt wegen Mordverdachts verlassen musste und im Krieg fiel.
Einige Zeit später kam eine Frau mit einem kleinen Mädchen nach Tangermünde und forderte ihren Erbteil ein. Die Familie glaubte ihr nicht, da sie keine Dokumente vorwiesen konnte, die die Eheschließung bekräftigten.
Hans von Minden, der Urgroßvater Gretes, zahlte der Frau 100 Taler und hinterließ für seine Enkeltochter weitere 100 Taler im Rathaus, die sie bei ihrer Hochzeit erhalten sollte. Als dieser starb, weigerte sich Heinrich, der Bruder Peters, das Erbe zu teilen, da Peter angeblich seinen Erbteil damals schon bei der Flucht erhalten hat. Wenig später lernte sie Antonius (Tonnies) Meilahn kennen, einen Schwindler.
Im Sommer 1616 gaben die Beiden sich in Stendal das Jawort. Grete hat aus dem Schicksal ihrer Mutter gelernt und bewahrte ihren Trauschein sorgfältig auf.

Die Heirat mit Tonnies brachte ihr kein Glück. Von den 50 Taler, die Grete bei ihrer Hochzeit ausgezahlt bekommen hat, kaufte ihr Göttergatte sich ein neues Feuerrohr. Sie lebten beide über ihre Verhältnisse und das Geld war aufgebraucht. Tonnies drängte Grete, ihren Anspruch des Erbteils endlich durchzusetzen. Sie schaffte es auch, aber ihr Onkel Heinrich erfüllte seine Verpflichtungen nicht.
Tonnies verschwand mit seinem Gewehr von der Bildfläche und ließ die schwangere Grete allein zurück.

Grete von Minden wird zum Ärgernis für ihre angesehende Familie, so dass ihr Onkel ihre Ausweisung aus Tangermünde forderte.
Grete und ihr Sohn Balthasar machten sich auf die Suche nach Tonnies, schlossen sich ihm und seine Komplizenan und machten die Altmark unsicher. Als sie im August 1617 erkrankte, befanden sie sich in Apenburg. Ein Kuhhirte und seine Frau nahmen die Beiden auf, währen Tonnies weiterzog. Ihre Genesung dauerte bis Oktober.

In dieser Zeit hörte Grete von einem tragischem Unglück. Am 13. 9.1617 brannte Tangermünde in Schutt und Asche. Die Menschen mussten in ihren Kellern überwintern.

Als Grete im Winter 1918/1919 wieder nach Tangermünde zurückkehrte bemühte sie sich um eine Stelle für Tonnies. Da er sie aber kurz zuvor ausgeraubt hatte, wurde er verhaftet und sie verließ die Stadt wieder, da das Aufenthaltsverbot offiziell noch nicht aufgehoben war.
Auf Raub stand die Todesstrafe. Da Tonnies nicht gestand, wurde er solange gefoltert, bis er den Raub zugab. Er gestand zudem, dass er an den Brand von Tangermünde beteiligt war, ANGESTIFTET von seiner Frau Margarete von Minden. Warum er dies getan hat, blieb sein Geheimnis.

Grete wurde daraufhin angeklagt und festgenommen. Trotz der Aussage des Kuhhirten, seiner Frau, dem Pfarrer und des Küsters, dass sie zu dieser Zeit bei ihnen war, behauptete der Bürgermeister in letzter Sekunde, dass Grete am Tag des Brandes bei ihm gewesen war. Beeiden musste der Bürgermeister seine folgenschwere Anschuldigung nicht.

Grete gestand unter der Tortur des Folterknechtes die Brandstiftung.

Der 22. März 1919 wurde zum Tag des grausigsten Schauspiels. Grete, ihr Mann und ein vermeintlicher Komplize wurden bei lebendigem Leib gefoltert, aufgespießt und verbrannt. Ihre Stimmen erloschen erst in der Abenddämmerung.

1883, der Jurist und Historiker Ludolf Parisius nahm als erster seit 2 Jahrhunderten die Prozessakten vor und entdeckte Widersprüche. Seine Schlussfolgerung war:

Grete Minde musste verschwinden. Sie war eine Schande und Bedrohung für die Familie Minden und der Rat, bei dem Heinrich seit 1609 Ratsherr war, musste der Bevölkerung einen Schuldigen präsentieren.

Der Tod Margarete von Minden war ein "grausamer Justizmord".

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